TENDOVAGINITIS
Tendovaginitis de Quervain
Der Begriff:
Die Bezeichnung Tendovaginitis setzt sich aus folgenden Wortteilen zusammen:
Tendo = Sehne
vagin kommt von Vagina = Scheide
itis steht für eine En tzündung
Mit Tendo vaginitis bezeichnet der Mediziner demnach die En tzündung einer Sehnensch eide. Diese kann sehr schmerzhaft sein und geht mit Funktionseinbußen einher.
Eine Seh
nenscheide ist eine schlauchartige,
mit einer schleimigen Flüssigkeit gefüllte Umhüllung einer
Sehne.
Die häufigste Ursache für eine (chronische)
Tendovaginitis sind mechanische Überlastungen,
so. z.B. übermäßige Arbeiten am Computer. Diese Überlastung kann zu winzigen
Verletzungen (Mikrotraumen) führen. Die darauf folgende Reaktion ist eine
lokale En tzündung. Bakterielle Infektionen sind nur selten Ursache für eine
Tendovaginitis.
Anfangs treten die
Schmerzen
vor allem bei
Bewegung,
später aber auch im Ruhezustand auf. Nicht selten sind auch eine lokale
Überwärmung, eine Schwellung und eine Rötung erkennbar. Beim Drücken auf die
betroffene Stelle zeigt sich ein Druckschmerz, außerdem kann bei
Bewegung ein
knirschendes Geräusch hörbar sein.
Zum Ausschluß anderer Erkrankungen sollte eine Untersuchung des Blutes auf En tzündungszeichen, Rheumafaktoren sowie einer Erhöhung des Harnsäurespiegels erfolgen.
Eine akute (= plötzlich einsetzende, heftige) oder chronische (= länger als drei Monate anhaltende) Tendo vaginitis kann in verschiedenen Formen auftreten:
Darüber hinaus gibt es noch unspezifische und nichtinfektiöse (= nicht ansteckende, nicht übertragbare) Formen, vor allem infolge beruflicher oder sportlicher Überlastung (meist akut) sowie posttraumatische (= nach Verletzung auftretende), z.B. die sog. hypertrophe (= Größenzunahme eines Gewebes oder Organs nur durch Zellvergrößerung) Tendovaginitis Gubler beim Morbus Sudeck.
Sonderformen einer Sehnensch eidenen tzündung:
Therapie bei Tendovaginitis:
Akut (= plötzlich einsetzend, heftig) ist neben der Einnahme en tzündungshemmender Analgetika (= Schmerzmittel) die Iontophorese (= Einbringen eines en tzündungshemmenden Arzneimittels durch die Haut mittels elektrischem Strom) (z.B. mit Diclofenac) hilfreich. Bei infektiösen (= z.B. durch Bakterien verursachten) Tendovaginitiden ist eine Antibiotikatherapie angezeigt.
Eine spezielle Schmerztherapie ist bei einer chronischen, therapieresistenten (= nichts hilft) En tzündung der Sehnensch eide gefragt. Gegen die Kombination Schmerz und En tzündung verfügt die moderne Schmerztherapie über eine äußerst wirksame Methode:
Nervenblockade n unter Einbezug des vegetativen (= unwillkürlichen) Nervensystems.
Sehnensch eidenen tzündungen
treten mit Abstand am häufigsten im Bereich der
Arme (Unterarm
und
Hand) auf (z.B.
Tendovaginitis de Quervain). Zur Behandlung bietet sich hier die wiederholte Blockade
(Betäubung) des Plexus brachialis (=
Arm
nerven
geflecht) an, in hartnäckigen Fällen
kontinuierlich mit
eingepflanztem Katheter*.
Ein nicht zu
unterschätzender Vorteil dieser Behandlungsmethode ist, daß neben der
erwünschten Hemmung der Nozizeption (=
Schmerzreizleitung),
sozusagen als Nebeneffekt, auch vegetative Nervenfasern (=
unwillkürliches Nervensystem)
mit einbezogen sind, dies gilt insbesondere für den Plexus brachialis (=
großes Armnervengeflecht).
Die daraus resultierende sympathikolytische (=
gefäßerweiternde)
Wirkung führt zu einer sehr deutlichen Mehrdurchblutung, die jeder entzündlichen (z.B. Tendovaginitis) oder degenerativen Schmerzursache
kausal (= ursächlich) entgegenwirkt.
Daß Lokalanästhetika (= örtliche Betäubungsmittel) auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken Sie hier.
* Bei der kontinuierlichen Blockade des Plexus brachialis (= Armnervengeflecht) mit Katheter wird im Bereich der Innenseite des Oberarm es, nahe der Achselhöhle in örtlicher Betäubung der Armnerv mit einer Kanüle aufgesucht. Dann wird durch diese Kanüle hindurch ein dünner Kunststoffschlauch in die Nervenscheide (den Nerv umhüllendes Gewebe) eingeführt und nach oben, zur Schulter hin, vorgeschoben. In den nächsten 2-3 Wochen wird der Kunststoffschlauch mehrmals täglich (bei Bedarf auch nachts) mit einem Lokalanästhetikum (= örtliches Betäubungsmittel) aufgefüllt. Die Konzentration des Wirkstoffes wird so gewählt, daß die aktive Beweglichkeit erhalten bleibt, die Schmerzempfindlichkeit jedoch deutlich herabgesetzt oder aufgehoben ist. Im Stadium der deutlichen Schmerzlinderung oder Schmerzfreiheit kann dann intensiv und vor allem sinnvoll krankengymnastisch behandelt werden.
Die invasiven (= in den Körper eindringenden) Therapiemethoden der speziellen Schmerztherapie setzen eine sehr gründliche fachärztliche Ausbildung voraus, weshalb sie nur in spezialisiertenEinrichtungen angeboten werden können. Insbesondere sind die kontinuierlichen Nervenblockaden mittels eingepflanztem Katheter in Deutschland nur in ganz wenigen Schmerzzentren (Schmerzkliniken) durchführbar, so z.B. in Bad Mergen theim.
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