TENDOVAGINITIS
Tendovaginitis de Quervain

Der Begriff:

Die Bezeichnung Tendovaginitis setzt sich aus folgenden Wortteilen zusammen:

Mit Tendo vaginitis bezeichnet der Mediziner demnach die En tzündung einer Sehnensch eide. Diese kann sehr schmerzhaft sein und geht mit Funktionseinbußen einher.

Eine Seh nenscheide ist eine schlauchartige, mit einer schleimigen Flüssigkeit gefüllte Umhüllung einer Sehne.
Die häufigste Ursache für eine (chronische)
Tendovaginitis sind mechanische Überlastungen, so. z.B. übermäßige Arbeiten am Computer. Diese Überlastung kann zu winzigen Verletzungen (Mikrotraumen) führen. Die darauf folgende Reaktion ist eine lokale En tzündung. Bakterielle Infektionen sind nur selten Ursache für eine Tendovaginitis.
Anfangs treten die Schmerzen
vor allem bei Bewegung, später aber auch im Ruhezustand auf. Nicht selten sind auch eine lokale Überwärmung, eine Schwellung und eine Rötung erkennbar. Beim Drücken auf die betroffene Stelle zeigt sich ein Druckschmerz, außerdem kann bei Bewegung ein knirschendes Geräusch hörbar sein.

Zum Ausschluß anderer Erkrankungen sollte eine Untersuchung des Blutes auf En tzündungszeichen, Rheumafaktoren sowie einer Erhöhung des Harnsäurespiegels erfolgen.

Eine akute (= plötzlich einsetzende, heftige) oder chronische (= länger als drei Monate anhaltende) Tendo vaginitis kann in verschiedenen Formen auftreten:

  1. seröse Tendovaginitis: einhergehend mit einer Flüssigkeitsansammlung, die hauptsächlich Blutserum (= der "flüssige" Teil des Blutes, also ohne Zellen) enthält.
  2. fibrinöse: Hauptbestandteil ist Fibrin (= der Blutfaserstoff, der bei der Blutgerinnung unter Einwirkung von Thrombin aus Fibrinogen entsteht).
  3. eitrige: durch belebte (Eitererreger) oder unbelebte Fremdkörper hervorgerufene, entzündliche, aus Blutgefäßen ausgetretene Flüssigkeit.
  4. phlegmonöse: mit diffuser En tzündung der Innenschicht des Bindegewebes, hervorgerufen durch bakterielle Erreger.
  5. nekrotisierende: mit Übergang zum örtlichen Gewebstod

Darüber hinaus gibt es noch unspezifische und nichtinfektiöse (= nicht ansteckende, nicht übertragbare) Formen, vor allem infolge beruflicher oder sportlicher Überlastung (meist akut) sowie posttraumatische (= nach Verletzung auftretende), z.B. die sog. hypertrophe (= Größenzunahme eines Gewebes oder Organs nur durch Zellvergrößerung) Tendovaginitis Gubler beim Morbus Sudeck.

Sonderformen einer Sehnensch eidenen tzündung:

Therapie bei Tendovaginitis:

Akut (= plötzlich einsetzend, heftig) ist neben der Einnahme en tzündungshemmender Analgetika (= Schmerzmittel) die Iontophorese (= Einbringen eines en tzündungshemmenden Arzneimittels durch die Haut mittels elektrischem Strom) (z.B. mit Diclofenac) hilfreich. Bei infektiösen (= z.B. durch Bakterien verursachten) Tendovaginitiden ist eine Antibiotikatherapie angezeigt.

Eine spezielle Schmerztherapie ist bei einer chronischen, therapieresistenten (= nichts hilft) En tzündung der Sehnensch eide gefragt. Gegen die Kombination Schmerz und En tzündung verfügt die moderne Schmerztherapie über eine äußerst wirksame Methode:

Sehnensch eidenen tzündungen treten mit Abstand am häufigsten im Bereich der Arme (Unterarm und Hand) auf (z.B. Tendovaginitis de Quervain). Zur Behandlung bietet sich hier die wiederholte Blockade (Betäubung) des Plexus brachialis (= Arm nerven geflecht) an, in hartnäckigen Fällen kontinuierlich mit eingepflanztem Katheter*.
Ein nicht zu unterschätzender Vorteil dieser Behandlungsmethode ist, daß neben der erwünschten Hemmung der Nozizeption (= Schmerzreizleitung), sozusagen als Nebeneffekt, auch vegetative Nervenfasern (= unwillkürliches Nervensystem) mit einbezogen sind, dies gilt insbesondere für den Plexus brachialis (= großes Armnervengeflecht). Die daraus resultierende sympathikolytische (= gefäßerweiternde) Wirkung führt zu einer sehr deutlichen Mehrdurchblutung, die jeder entzündlichen (z.B. Tendovaginitis) oder degenerativen Schmerzursache kausal (= ursächlich) entgegenwirkt.

Daß Lokalanästhetika (= örtliche Betäubungsmittel) auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken Sie hier.

* Bei der kontinuierlichen Blockade des Plexus brachialis (= Armnervengeflecht) mit Katheter wird im Bereich der Innenseite des Oberarm es, nahe der Achselhöhle in örtlicher Betäubung der Armnerv mit einer Kanüle aufgesucht. Dann wird durch diese Kanüle hindurch ein dünner Kunststoffschlauch in die Nervenscheide (den Nerv umhüllendes Gewebe) eingeführt und nach oben, zur Schulter hin, vorgeschoben. In den nächsten 2-3 Wochen wird der Kunststoffschlauch mehrmals täglich (bei Bedarf auch nachts) mit einem Lokalanästhetikum (= örtliches Betäubungsmittel) aufgefüllt. Die Konzentration des Wirkstoffes wird so gewählt, daß die aktive Beweglichkeit erhalten bleibt, die Schmerzempfindlichkeit jedoch deutlich herabgesetzt oder aufgehoben ist. Im Stadium der deutlichen Schmerzlinderung oder Schmerzfreiheit kann dann intensiv und vor allem sinnvoll krankengymnastisch behandelt werden.

Die invasiven (= in den Körper eindringenden) Therapiemethoden der speziellen Schmerztherapie setzen eine sehr gründliche fachärztliche Ausbildung voraus, weshalb sie nur in spezialisiertenEinrichtungen angeboten werden können. Insbesondere sind die kontinuierlichen Nervenblockaden mittels eingepflanztem Katheter in Deutschland nur in ganz wenigen Schmerzzentren (Schmerzkliniken) durchführbar, so z.B. in Bad Mergen theim.


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Aktualisiert: >10.02.2008</> kusb&
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